Armut

Der Landesverband sieht das Thema Kinderarmut im gesellschaftspolitischen Diskurs zu wenig gewürdigt. Kinderarmut stellt einen Verstoß gegen die Kinderrechte und einen politischen Skandal für ein reiches Land wie die Bundesrepublik Deutschland dar. Trotz politischer Diskussionen in vergangenen Jahren und bekannten Auswegen, die seitens der Wissenschaft kommunalen wie auch nationalen Kontext aufgezeigt worden, gibt es kaum Verbesserungen. Das Bildungs- und Teilhabepaket des SGB II verfehlt mehrheitlich die Kinder und Jugendlichen als AdressatInnen. Dieses Geld kann über die Kinder- und Jugenhilfe verbunden mit einem Rechtsanspruch viel besser helfen.

Insbesondere werden Kinder und Jugendliche als kleine Arbeitslose in Abhängigkeit ihrer Eltern behandelt, da sie als Personen in Bedarfsgemeinschaften und nicht eigenständig gesehen werden. Besonders müssen wir sehen, dass die Schere zwischen Arm und Reich sowohl bei den Einkommen als auch beim Vermögen immer weiter auseinander geht. Hier ist die Politik gefordert, andere Umverteilung zu s chaffen. Das gerade verabschiedete Erbschaftssteuergesetz ist leider kein Beitrag dazu.

Die Thüringer Landesregierung möchte Kindern das erste Kita-Jahr kostenfrei ermöglichen. Doch das hilft benachteiligten Kindern nicht wirklich. Ihre ELtern zahlen in der Regel keine Beiträge für den Kita-Platz. Mehr dazu finden Sie hier.

Der Landesverband würdigt dieses Thema jährlich mit Vorträgen und besonders einem Fachtag, der sich an Fachkräfte der Sozialwirtschaft, Verwaltung wie der Politik richtet und in Kooperation mit der Fachhochschule Erfurt und der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen angeboten wird. Im Mai 2013 stand dieser unter dem Thema „Arme Jugend. Generation Zukunft?“. Im Mai 2014 befassten wir uns mit dem Thema "Strategien gegen Kinderarmut im Vergleich - Gute Praxis aus Europa" und am 27.05.2015 begrüßten wir 200 Teilnehmende zum Thema "Entsicherte Kindheit". Die Initiatoren sehen das heutige Aufwachsen von Kindern hinsichtlich verschiedener Aspekte wie Freizeitgestaltung, Bildungsweg und Berufswahl, Medien, Marken und Körperbilder unter (Leistungs-)Druck geraten. Jedes fünfte Kind gab im LBS-Kinderbarometer bei der Frage, ob ihnen im Leben etwas fehlt, die Zeit mit der Familie an.

Die Vorträge des Fachtages 2015 finden Sie hier:

Zu den Fachtagen der vergangenen Jahre gelangen Sie hier.

Der Deutsche Kinderschutzbund fordert die Absicherung von Kindern durch eine Kindergrundsicherung und engagiert sich im Bündnis mit weiteren Partnern. Zudem braucht es bundesweit die Einführung von Mindestlöhnen, die seit der Agenda 2010 ein enormes Ausmaß angenommen haben und besonders Familien stark belasten. Darüber hinaus beadrf es einer grundlegenden Überarbeitung des Steuerrechts, um Familien mehr zu unterstützen.

Aber auch auf kommunaler Ebene brauchen sozial benachteiligte Kinder und Familien mehr Unterstützung. Armutsbekämpfung ist eine Querschnittsaufgabe in der Gesellschaft und verlangt eine Öffnung der Schulen in den Stadtteil, die Inklusion von benachteiligten Kinder in die Klassen, die Entwicklung von Kindertagesstätten zu Eltern-Kind-Zentren oder zumindest die Implementierung von Aufgaben der Vernetzung sozialer Dienste, Anfangsberatung sowie Hilfeangebote für betroffene Eltern wie Eltrernbildung im weiteren Sinne, um nur einige Kriterien zu nennen.