Armut

Der Landesverband sieht das Thema Kinderarmut im gesellschaftspolitischen Diskurs zu wenig gewürdigt. Kinderarmut stellt einen Verstoß gegen die Kinderrechte und einen politischen Skandal für ein reiches Land wie die Bundesrepublik Deutschland dar. Wir stellen zudem fest, dass die Schere zwischen Arm und Reich sowohl bei den Einkommen als auch beim Vermögen weiter auseinander geht. Hier ist die Politik gefordert, eine gerechtere Umverteilung zu schaffen. Das Erbschaftssteuergesetz ist leider kein Beitrag dazu. Trotz bekannter Auswege handelt die Politik kaum. Das Bildungs- und Teilhabepaket des SGB II verfehlt mehrheitlich die Kinder und Jugendlichen als Adressat*innen. Dieses Geld kann über die Kinder- und Jugenhilfe verbunden mit einem Rechtsanspruch viel besser helfen. Insbesondere werden Kinder und Jugendliche als kleine Arbeitslose in Abhängigkeit ihrer Eltern behandelt, da sie als Personen in Bedarfsgemeinschaften gesehen werden.

Der Landesverband widmet sich diesem Thema Kinderarmut auf unterschiedlich. Besonders wollen wir Kinder und Jugendliche selbst zu Wort kommen zu lassen. Zusammen mit den Landesverbänden Sachsen und Sachsen Anhalt und der Unterstützung der Aktion Mensch haben Kinder im Alter von 8 bis 15 Jahren ihre Gedanken zum Thema in einem Buch veröffentlicht. Mehr zum Projekt "Einer schwimmt im Geld - Kinder über arm und reich" finden Sie auf der zugehörigen Website. Das Buch können Sie hier bestellen. Aktuell können Sie auch eine Ausstellung zum Buch kostenfrei bestellen.

Zudem würdigt der Landesverband dieses Thema jährlich mit einem Fachtag, der sich an Fachkräfte der Sozialwirtschaft, Verwaltung wie der Politik richtet und in Kooperation mit der Fachhochschule Erfurt und der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen angeboten wird. 2018 wird dieser unter dem Thema "Verkauft die Gesellschaft ihre Kinder? - Aufwachsen in sozialer Ungleichheit." am 25.09.2018 in der FH Erfurt stattfinden. Zu den Fachtagen der vergangenen Jahre gelangen Sie hier.

Der Deutsche Kinderschutzbund fordert die Absicherung von Kindern durch eine Kindergrundsicherung und engagiert sich im Bündnis mit weiteren Partnern. Zudem braucht es bundesweit die Einführung von Mindestlöhnen, die seit der Agenda 2010 ein enormes Ausmaß angenommen haben und besonders Familien stark belasten. Darüber hinaus beadrf es einer grundlegenden Überarbeitung des Steuerrechts, um Familien mehr zu unterstützen.

Aber auch auf kommunaler Ebene brauchen sozial benachteiligte Kinder und Familien mehr Unterstützung. Armutsbekämpfung ist eine Querschnittsaufgabe in der Gesellschaft und verlangt eine Öffnung der Schulen in den Stadtteil, die Inklusion von benachteiligten Kinder in die Klassen, die Entwicklung von Kindertagesstätten zu Eltern-Kind-Zentren oder zumindest die Implementierung von Aufgaben der Vernetzung sozialer Dienste, Anfangsberatung sowie Hilfeangebote für betroffene Eltern wie Eltrernbildung im weiteren Sinne, um nur einige Kriterien zu nennen.